Das Lastenrad hat für Unternehmen keine Zukunft – in seiner bisherigen Form

Test in Stuttgart für mehr Platz bei der Paketzustellung. Foto: Deutsche Post DHL Group

Test in Stuttgart für mehr Platz bei der Paketzustellung. Foto: Deutsche Post DHL Group

Immer wieder ist die Rede vom Lastenrad als Alternative für gewerbliche Auslieferungen in den von Schadstoffen belasteten Städten, den überlaufenen Fußgängerzonen. Eine große Zukunft dürfte das jenseits von Pizza und Sushi allerdings nicht haben. Die üblichen Lastenräder bieten einfach zu wenig Ladekapazität. Für den Inhalt eines Postautos bräuchte es unzählige Fahrten mit einem Lastenrad. Nun könnte ein Stück weit wiedererfunden werden, was für Kurzstreckentransporte schon lange erfunden wurde. Was 1947 das Ape war, könnte nun als Fahrradhybride von der Post auf die Straßen und vor allem in enge Alstadtgassen kommen. Zumindest in Stuttgart wird es ein Pilotprojekt geben.

Wie in den vergangenen Monaten überall zu lesen war, ist die Post beim Erfinden von Fahrzeugen kreativer als mancher Konkurrent. Die Deutsche Post DHL Group testet nun in der Paketzustellung im Stuttgarter Hospitalviertel ab sofort den Einsatz von Lastenfahrrädern mit Containerboxen. Die Post nennt das „DHL Cubicycles“. In einer Transportbox können dabei bis zu 125 Kilogramm und somit mehr Sendungen befördert werden als mit herkömmlichen Lastenrädern. Ziel des Konzepts, das das Unternehmen jetzt erstmals in der regulären Paketzustellung in Deutschland erprobt, ist die noch schnellere Zustellung von Sendungen im Innenstadtbereich. Zudem können Lastenräder dazu beitragen, die allgemeine Verkehrssituation in Städten zu entspannen und die CO2-Emissionen auf der letzten Meile zu reduzieren. Deutsche Post DHL Group startet in Stuttgart zunächst mit zwei Cubicycles, die bis zu zwei herkömmliche Zustellfahrzeuge ersetzen und somit jährlich über 16 Tonnen CO2 einsparen können. Klar wird bei den Bildern: Wetterfest müssen die Fahrerinnen und Fahrer schon sein.

„Mit dem Test der DHL Cubicycles möchten wir nun herausfinden, ob die Lastenräder unser umweltfreundliches Konzept für saubere Innenstädte ergänzen können“, sagt Christoph Meffert, Leiter der Niederlassung Stuttgart der Deutschen Post. Der Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart Fritz Kuhn erklärt: „Der Test mit den DHL Cubicycles ist ein wichtiger Beitrag und Teil des städtischen Projekts LogSPAZE zur praktischen Erprobung alternativer Zustellkonzepte, das vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation wissenschaftlich begleitet wird. Dabei werden verschiedene Ansätze zur Belieferung innerhalb der Innenstadt verglichen und bewertet.“

Fahrräder bieten bei der Zustellung grundsätzlich einige Vorteile: Sie können Verkehrsstaus umgehen, benötigen keine Parkplätze und können auch in Bereiche fahren, die einem regulären Zustellfahrzeug nicht zugänglich wären, wie Hinterhöfe. Das DHL Cubicycle wurde vom schwedischen Hersteller Velove gemeinsam mit der Schwesterdivision DHL Express entwickelt. Für den Zusteller bietet der Liegesitz des Lastenrads Komfort, Sicherheit und Tempo. Für eine höhere Geschwindigkeit und zusätzlichen Antrieb bei Steigungen sorgen eine elektrische Pedalunterstützung und ein 250-Watt-Elektromotor. DHL Express testet die Cubicycles bereits im niederländischen Utrecht und in Frankfurt.

Die Paketzusteller in Stuttgart starten morgens mit ihren beladenen Cubicycles von der rund drei Kilometer entfernten Zustellbasis in der Ehmannstraße und beginnen im Hospitalviertel mit der Zustellung. Gleichzeitig können sie auch Sendungen bei den Kunden abholen. Mit einem Anhänger, auf den bis zu vier Boxen mit Paketen und Päckchen passen, werden weitere Sendungen in den Zustellbezirk gebracht. Der Anhänger, der an einem zentralen und gesicherten Ort abgestellt wird, fungiert dabei als Depot. Ist die erste Box leer, fährt der Zusteller zum Anhänger und tauscht sie gegen eine volle aus. Dann stellt er in unmittelbarer Nähe des geparkten Anhängers weiter zu. Am Ende eines Zustelltags fahren die Zusteller mit ihren Cubicycles zurück in die Zustellbasis, wo über Nacht die Akkus auf- und am nächsten Morgen die Boxen neu beladen werden. Auch der Anhänger mit den leeren Boxen bzw. die von den Kunden abgeholten Sendungen werden zur Zustellbasis zurückgebracht. Die Sendungen der Kunden werden von dort aus dann direkt zum Paketzentrum in Köngen weitergeleitet.

Erstellt mit Material der Pressestelle der Deutsche Post DHL Group.

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